Da ich in Köln lebe und meine Verwandten in Nordbayern (Franken), habe ich häufiger das zweifelhafte Vergnügen die A3 zu befahren, die unter anderem im Raum Aschaffenburg/Würzburg enorm staubelastet ist. Zwischen Köln und Frankfurt/Flughafen ist alles wunderbar. WDR, SWR und HR melden die Staus auf ihren Autobahnen mit Längenangabe und Ausweichempfehlungen, so vorhanden. Der Stress beginnt ab dem Sendegebiet der Münchner. Dort höre ich – egal ob Bayerischer Rundfunk oder Antenne Bayern – immer wieder zwischen AK X und Ausfahrt Y – STAU. Ob es sich um 2 Kilometer oder um 20 handelt, bleibt mir verschlossen. So auch heute, als der bayerische Rundfunk Stau von Biebelried bis Würzburg-Heidingsfeld meldete, was – eben recherchiert – laut google maps immerhin rund 20 Kilometer sind. Die Länge des zu erwartenden Staus und mögliche Ausweichrouten möchte ich – und vermutlich bin ich nicht allein- im Allgemeinen gerne wissen. Schließlich gibt es für die meisten Menschen schöneres, als stundelang im Stau zu stehen.

Ich stand glücklicherweise heute nicht drin, da ich eine ganz andere, wenn auch etwas längere Route gewählt hatte. Denn das zu erwartende Szenario habe ich schon am Mittwoch auf der Gegenfahrbahn beobachtet. Geschätzte mindestens 30 Kilometer Stau und der Verkehrsfunk meldete wieder nur „Stau“. Im Mai hatte mich die gleich Unart selbst in einen 25 Kilometer langen Stau getrieben.

Nun kann man mir natürlich mangelnde geografische Kenntnisse vorwerfen. Schließlich muss man doch wissen, wie weit zum Beispiel Kist und Randersacker auseinanderliegen. Mist – in Erdkunde nicht aufgepasst.

Nun ist es aber tatsächlich keineswegs so, dass der Bayerische Rundfunk davon ausgeht, dass seine Hörer so gebildet sind, dass ihre geografischen Kenntnisse das Nennen der Kilometerzahl erübrigen. Denn alle anderen Staus in Bayern werden mit Kilometerzahl angegeben – nur häufig eben nicht die genannte Strecke in Unterfranken. Vielleicht haben die Leute in München ja vergessen, dass Würzburg und Aschaffenburg auch noch zu Bayern zählen? Oder sie denken, wenn der Stau sowieso 20 Kilomter lang ist, dann ist die Länge nicht mehr wichtig? Was auch immer der tiefere Sinn dahinter ist …

… Liebe Verkehrsfunker vom BR und von Antenne Bayern, falls ihr das lest, habt ein Herz mit den Autofahrern, die euer schönes Bundesland bereisen. Schließt als Oberbayern Frieden mit den Franken und macht genauere Angaben zu den Staus auf der A3 im Raum Unterfranken. Herzlichen Dank!

MfG mayarosa