Frauenfußball-WM. Morgen geht es los. Und überall sehen wir Bilder kickender Mädchen. Als ich die Bilder über die Mädchenmannschaften heute morgen im Magazin des Kölner Stadtanzeigers sah (online leider nicht gefunden, sonst hätt’ ich’s verlinkt), dachte ich: Da könnte ich eine von sein. Am besten gefiel mir die Torhüterin, die glücklich und lachend, völlig matschverschmiert auf dem Platz saß.
Ich habe nie im Verein Fußball gespielt. Habe überhaupt keinen Fußball gespielt und interessiere mich auch nicht sonderlich dafür. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn… Jedenfalls war ich ein eher burschikoses Mädchen, konnte klettern, Dämme bauen, Kräfte messen und besser Boote schnitzen als der gleichaltrige Nachbarsjunge. Heute morgen dachte ich an diese Zeit und daran, wie mich die Spiele der Mädchen-Mädchen nervten – mit Puppen konnte ich nie was anfangen – rosa fand ich doof, meine Lieblingsfarbe war (und ist) grün – und vor allem daran, wie mich Jungs in der ersten und zweiten Klasse eben nicht mitkicken ließen. Nicht alle. Aber die, die es vielleicht in Ordnung gefunden hätten, trauten sich nicht, weil sie dann von anderen Jungs aufgezogen worden wären. So, das war der wehmütige Teil.
Im Grunde nervt es mich, mit welchem medialen Druck sich die Menschen für Frauenfußball begeistern sollen. Wenn es aber die Konsequenz ist, dass lachende, mit Matsch beschmierte, verschwitzte, muskulöse, wilde Mädchen als ein Stück Normalität akzeptiert werden, so freue ich mich darüber. Gerade in den letzten Jahren verging es mir nämlich vor lauter Klumm-Verschnitten, aufgetakelten Magerhühnern bei Model- und Superstarshows… und es fängt ja schon mit diesem rosa Lilifee-Tütü an…
Ich finde: Jungs dürfen weinen. Männer auch. Und Mädchen sind alles andere als schwach, Frauen schon gar nicht. Also bitte bitte hört auf, Kindern so was einzureden.
So und nun zum Ausblick. Mein Horoskop für kommende Woche klingt vielversprechend: Nicht nur weil Prinz Poldi seine Monika kirchlich geheiratet hat, auch wegen Saturneinfluss wäre es gut, wenn Sie in der kommenden Woche Nägel mit Köpfen machen würden. Es ist jetzt die Zeit, sich für länger zu binden und zu erkennen, dass man zusammen weitaus mehr erreichen kann als alleine. Verlassen Sie deshalb den partnerschaftlichen Jakobsweg und verhaften Sie den Schatz an Ihrer Seite. Die Zeit des Suchens hat ein Ende!
Das ist ja toll. Freu ich mich. Nur – wer soll dieser zu verhaftende Schatz sein?



Es wirkt in der Tat komisch, wie wir uns begeistern sollen. Gerne würde man uns wohl einen Chip einpflanzen, über den dann per Fernbedienung Jubel und Freude in uns ausbricht …
Grins. Ja, so in etwa. Dann ließen wir uns auch steuern, wann wir wen wählen sollen und würden automatisch weiträumig um Bürgerproteste herumgelotst. Außerdem würden wir dann alle nur noch DJ Bobo, Lena und die Wildecker Herzbuben hören .. oder so
Danke für diese Sichtweise, liebe mayarosa.
Mich interessiert Fußball generell nicht besonders, also auch Frauenfußball nicht – und durch die Playboy-Geschichte haben sie es für mich auch nicht besser gemacht.
Möge es ein schönes Turnier werden für diejenigen, die sich dafür interessieren.
Ja, dass wünsche ich den Ladies auch. Sie sollen ruhig zum dritten Mal Weltmeister in Folge werden
Was hast denn Du für ein Problem mit rosa? Also mir steht rosa sehr, sehr gut….diskriminiere mich und meine Farbe also bitte nicht…;-)
Ansonsten: ja, das ist – mal abgesehen von dme grottenschlechten Tatort zu dem Thema vergangenen Sonntag – eine wirklich interessante Debatte. Ich schaue im Übrigen gerne Frauenfussball, eben weil mich diese “Mannsweiber” mehr fasinieren als die Hupfdohlen. Wenn ich geschminkte Püppchen sehen will – und das will ich als Mann ab und an – dann habe ich da diversend tausend anderer Möglichkeiten Möglichkeiten, ich komm also in der Tata nicht so ganz mit, warum sich das nun so dolle vermarkten lassen soll. Die “Mannsweiber” aber, die Sorgen zum einen für das athletische und kraftbetonte Spiel und zum anderen finde ich es tatsächlich interessant deren Gesichter zu lesen. Ich könnte mir die Gesichter der Frauenfußballmannschaften wirklich sehr lange ansehen und über Homosexualität nachdenken, über Vorurteile aber auch über wahre natürliche Anzeichen, die einfach nicht zu leugnen sind.
Wa smich auch noch interessiert ist: warum findet man derlei Fragen nur beim Frauenfußball? Warum nicht beim Handball, Volleyball oder Hockey? Ist ja nicht so, dass diese Sportarten von Pappe wären, da aber ist das weibliche quasi fraglos weiblich. Ich weiß wovon ich rede, ich hocke gerade in Münster, hier spielt mit dem USC eine der besten Volleyballmannschaften der Damen und ganze Heerscharen von Männern machen sich seit vielen Jahren pilgernd zu deren Spielen auf, immer überpünktlich, um auch ja das Aufwärmen nicht zu verpassen…nichtmal erfunden, ist wirklich so.
Lieber David, niemals würde ich deine Lieblingsfarbe diskriminieren, ich mag sie nur nicht an mir. An dir sieht das sicher fantastisch aus!.
Bitte Vorsicht mit den “Mannsweibern”. Dieser Begrif ist in der Tat diskriminierend.
Warum es bei anderen Sportarten entspannter zugeht? Gute Frage. Ich denke, sie werden nicht als Inbegriff der Männlichkeit gefeiert und hochgehalten. Das ist nichtmal beim Boxen so. Eigentlich irre. Frauen, die Fußball spielen wird Homosexualität unterstellt (wie albern) und Männern wird selbige untersagt (das ist richtig fies).
Dabei wissen wir alle, dass es keinen signifikanten Zusammenhang gibt zwischen der Begeisterung für eine bestimmte Sportart und der sexuellen Orientierung. Warum auch.
Aber darauf wollte ich mit meinem Post gar nicht hinaus, sondern ganz allgemein für ein bisschen mehr Abstand zu geschlechterspezifischen Rollenklischees werben.
Der Begriff “Frauenfußball” ist m.E. auch etwas unglücklich, könnte als herabsetzend empfunden werden. Die Sportart heißt Fußball. Man sagt bei einer Leichtathletik-WM auch nicht Frauenleichtathletik sondern Leichtathletik-WM der Frauen, warum also nicht Fußball-WM der Damen?
O.K., vielleicht bin ich jetzt ein bisschen kleinlich?
Tom, da hast du völlig recht.
Vorbemerkung: Du blogst ja noch, liebe mayarosa; das freut mich sehr.
1. Diese mediale Überrepräsentation eines bestimmten Themas betrachte ich mittlerweile als geplante und geforderte Ablenkung der Massen von den wichtigen Themen.
2. Frauen-/Damenfußball und Herrenfußball – zum Mann gehört Weib, zu Männern Weiber. Oder gibt es schon frauliche Exemplare anderer Wirbeltiere?
3. Wieso ist Mannweib / Mannsweib / Mannsweiber diskriminierend?
Ha, Emil, wir ticken in der Tat wohl relativ ähnlich. Ich selbst finde Mannsweib nicht diskriminierend, das liegt aber auch daran, das sich prinzipiell versuche aus dem Wahn der political correctness zu entkommen und dazu gehört für mich auch eine gewisse Schroffheit in der Benennung. Ich könnte natürlich auch sagen “Menschen von weiblicher Gen- und männlicher Gesichtszugsprägung”. Oder wie wäre es hiermit: “Mascullinity related Ladyequalist”…;-)
@emil: zu 3. Weil es abwertend verwendet wird. Weil es abwertend empfunden wird.
@David: Wann ein Begriff als diskriminierend gilt, hängt im Wesentlichen davon ab, wie er von den Bezeichneten empfunden wird.
Und so wie du es erläuterst, meinst du es ja auch genau so, wie es von Frauen als verletzend empfunden wird. Eine Frau, die aussieht wie ein Kerl. Wann sieht sie denn aus, wie ein Kerl? Gilt das für diese hier? http://www.fansoccer.de/natio/hauptseitenbilder/mm-2lp_ger-ita_2011.jpg
Nur weil eine Frau nicht rumläuft wie Oberzicke Heidi Klumm oder Spinatwachtel Verona Pooth ist sie nicht unweiblich.
Und Gesichtzüge sind markanter oder weicher. Ich kenne eine Menge Männer mit eher weichen Gesichtszügen und Frauen mit etwas kantigeren. Sind die Männer dann alle Tunten, nur weil sie die Brusthaare nicht flechten können und auch sonst eher weich geschnitten sind?
Naja, das ist der Punkt. Ist mir natürlich klar, dass ich tausendmal sagen kann, dass es nicht als Abwertung gemeint ist, es aber schon reicht, wenn auch nur ein einziger Mensch sagt: ich finde es diskriminierend. Die Bajramaj hat im Übrigen durchaus auch ziemlich männliche Gesichtszüge, da verstehe ich nicht, warum da so ein Bohei gemacht wird. Mannsweib besagt ja auch nicht, dass da Unweiblichkeit vorherrscht, sonst würde es ja heißen “Kerl”, im “Weib” ist ja sogar die ultimative Weiblichkeit vorhanden. Und falls du es aus dezidiert persönlicher Sicht haben willst, ich finde Heidi Klumm und Modelkonsorten so unattraktiv, das sich jederzeit ein Date mit Frau Angerer oder Frau Prinz vorziehen würde. Und nein, das ist kein fadenscheiniges Lippenbekenntnis. Was bleibt ist aber der große Zweifel, ob sie mit mir ausgehen würden, aber gut, den hat man ja bei jeder anderen frau auch…
Wa sich unterm Strich also meine: die Natur als solche ist diskriminierend, irgendwer ist immer irgendwo besser, schöner, toller als ich, da sist alles so gewollt und hat alles schon exakt seinen Sinn. Das Problem ist aus meiner Sicht gar nicht so sehr, dass zu viele Leute verbal diskriminieren, sondern dass zu viele Leute sich verbal diskriminiert fühlen. Ich selbst sehe darin einen Grundreflex der Moderne, der darin abzielt mittels political correctness der Natur zu entwischen, alles ein Weg in Richtung verkünstelter Gesellschaft. Wenn natürlich eine von mir totulierte Massweibin kommt und sagt : bitte nenn mich nicht mehr so, dann lasse ich das natürlich. Weise sie aber daraufhin, dass das aus meiner Sicht eine Vorgehensweise ist, die nicht weit bringt. Ich wurde auch schon diskriminiert und weißte was? Das meiste davon stimmte, war zwar sprachlich überzogen, aber im Grundsatz richtig. Warum also den seelisch verletzten geben?
Und ich schätze eine Birgit Prinz weiß schon seit früher Jugend, wie sie auf andere wirkt und wie nicht und vergessen wir an der Stelle auch einmal nicht, dass die meisten gestanden und reifen Frauen aus der Nationalmannschaft damit auch gerne kokettieren, zu einer eigenen Identität gelangt sind. Ich sage immer: nur ein seelisch kranker Diskriminierter, eine der sich im eigenen Körper unwohl fühlt, kann sich auch diskriminiert fühlen. Nur der Bauarbeiter, der nie Bauarbeiter werden wollte und sich dafür schämt fühlt sich diskriminiert, wenn ich ihm “Ziegelstein-Zampano!” hinterherbrülle. Der stolze Bauarbeiter, der jedoch ruft “Yep!”.
So falsch, die Ansicht?
Lieber David,
ich denke, deine Gedanken sind zu kompliziert. Es ist doch ganz einfach: Um den (ererbten) Gesichtsschnitt eines Menschen einem Geschlecht zuordnen zu können, müsste es zunächst mal eine halbwegs objektivierbare Definition geben, was männliches/weibliches Aussehen bedeutet.
Versuchen wir es mal: Männlich = Haare im Gesicht, mal mehr mal weniger Haare auf der Brust, mal mehr, mal weniger auf dem Haupt. Die Körperform gleicht einem V, wobei es da schon schwierig wird, weil das auf sehr viele Männer nicht oder nur in bescheidenem Maße zutrifft. Sind das dann alles Weibskerle? Und sind die dann alle “seelisch krank”, wie du schreibst, würden sie sich bei der Bezeichnung als Weibskerl diskriminert bzw. herabgewürdigt fühlen?
“seelisch krank” hat ja diverse Abstufungen, wenn mich einer Großnase beschimpft oder Frauen mir belustigt sagen, dass die Stirn ja so langsam doch auch höher wird, dann ist das auch nicht nett und keineswegs ein Kavaliersdeliktsspruch, aber ich lache mit und mach ebenfalls Sprüche über mich selbst, weil ich was das angeht vollkommen mit mir im Reinen bin und ja auch im Spiegel sehe wie ich bin.Ich könnte aber natürlich auch Diskriminierung schreien, mache ich aber nicht, weil warum sollte ich das tun, ich hab nunmal ne große Nase und mit Mitte 30 ist der Haaransatz in der Tat nicht mehr da wo er ist.
Mir ist schon klar was Du meinst und wo du drauf hinauswillst, ich bin nur der klaren Auffassung, dass wir uns alle keinen Gefallen tun mit dem Schrei nach Diskriminierung, das ist längst hysterisch geworden, wer sich so alles weswegen diskriminiert fühlt. Wenn wir die Messlatte für Diskriminierung echt immer weiter herabsetzen, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Gerichte immer voller werden und die Menschen sich immer weiter voneinander absetzen. Ein Farbiger, der einen Job nicht bekommt, weil er Farbiger ist, das ist Diskriminierung. Alles darunter ist für mich eher ein aufgeblähter Eiertanz, der unser menschliches Miteinander nicht besser macht, sondern komplizierter, schwieriger.
Wir entwerten das Wort diskriminieren zu sehr und daher ist “Mannsweib” für mich wegen meiner “unfeine Beschreibung”, je nach Sensibilität der betreffenden Dame gehe ich auch noch soweit mit es unter Umständen als Beleidigung durchzusetzen. Aber bitte doch nicht Diskriminierung. Sonst kommt ja ein jeder von uns aus dem Schreien gar nicht mehr heraus.
Es ist also nicht kompliziert, sondern sehr einfach. Weniger oft “Diskriminierung” rufen hilft den wahren Opfern von Diskriminierung mehr. Sage ich. Und du noch immer nicht, richtig?;-)
Ich will hier keine Haare spalten. Ob diskriminerend, abwertend, herabsetzend, beleidigend … suche dir einen Begriff aus. Mannsweib oder Mannweib sind negativ konnotiert – jedenfalls im jetzt und heute in Deutschland. Selbst der Begriff “Weib” hat – je nachdem wie er benutzt wird – eine eher negative Bedeutung. So wie Popo oder Hintern neutrale Wörter sind und A…. negativ.
Ja – das ist die Krux dieser deutschen Sprache. Viele schöne und überhaupt nicht abwertende Worte wurden einem Bedeutungswandel unterzogen. Wenn allerdings schon “Weib” negativ besetzt ist, dann ist eine “Weiblichkeit” ja wohl noch negativer oder mindestens ebenso negativ???
Nochmal: Zu Mann gehört nicht Frau (das war die Herrin früher, die Dame), die gehört zu Herr. Zum Mann gehört Weib. Muß ich jedesmal – dank Alice Schwarzer, die den Mann und männliches Verhalten verteufelt hat –, wenn ich Mann genannt werde, mich nicht noch diskriminierter fühlen, weil der Mann in der Gesellschaft nunmal unter dem Herren uns ihm standesgleichen Frau stehe?
Nein, ich mag jetzt nicht weiter darüber streiten. Für mich ist ein Weib der Inbegiff der Weiblichkeit und wird es auch immer bleiben (und Hungehaken sind zwar weibliche Geschöpfe der Art Mensch, aber für mich nicht weiblich).
Warum können wir nicht Männer (=xy) Männer und Frauen (=xx) Frauen sein lassen, egal welchen Hobbies sie frönen, wie weich oder kantig ihre Gesichtszüge sind oder wie formvollendet ihr Körperbau ist?
Wegen der Worte, ihren Bedeutungen und deren Wandel schreib ich demnächst mal ‘nen eigenen Post. Schönen Sonntag!
Weil Frau eine gesellschaftliche Stellung beinhaltet, die Herr entspricht … *ningel*
Oh – auf den Blog bin ich schon gespannt!
Ja, in der Tat landen wir unter dem Strich immer bei der etwas glitschigen Aussage, dass es keine klaren Wahrheiten gibt. Alle haben Recht und alle haben Unrecht. Das ist das eigentlich komplizierte an dieser und fast jeder anderen Thematik.
(Weil Frau eine gesellschaftliche Stellung beinhaltet, die Herr entspricht … *ningel*)
Oh – auf den Blog bin ich schon gespannt!
Lieber Emil, bitte Übersetzungshilfe – *ningel* – was bedeutet das? Habe nur das gefunden: http://www.duden.de/rechtschreibung/ningeln
Das ist schon richtig
Aber ich höre jetzt auf zu missionieren. Wir warten auf den angekündigten Blog.
Lieber Emil, ich kannte das Wort wirklich nicht, musste erstmal googeln und war mir nicht sicher, ob das die Bedeutung ist, mit der du es verwendet hast.
Eure Diskussion ist ja hochgeistig, da muss ich mehrfach lesen. Sehr interessant. Besonders erwähnenswert ist die Frage, warum die WM der Frauen Frauen-WM genannt wird. Aber hieraus eine Diskriminierung abzuleiten finde ich schon recht weit hergeholt und konstruiert. Müssen wir wirklich alle so überkorrekt sein?
Nee, überkorrekt müssen wir nicht sein. Ich hatte mit meinem Post auch ein ganz anderes Ansinnen. Mich hatte dieses Bild von der vielleicht zehn- oder elfjährigen Torhüterin berührt, die so glücklich im Matsch saß. Vielleicht hatte sie gerade ein Tor gehalten. Und ich dachte darüber nach, wie wir schon Kindern geschlechtsspezifsche Rollen aufdrücken. Und das ich mich freue, wenn dieser Druck geringer wird, zum Beispiel weil solche Mädchen ein normales Bild in unserem Alltag werden. Ist schon spannend, wie sich ein Post in den Kommentaren so entwickelt.
Mädchen dürfen sich natürlich im Schlamm tollen. Männer müssten sich natürlich in ihrer Fußballmannschaft als schwul outen dürfen, genauso, wie sie weinen können müssten. In aller Ehren, die Frauen sind in der Gesellschaft doch schon viel weiter, als die Männer. Warum gibt es denn mehr Herzinfarkte bei Männern, als bei Frauen? Und viele Frauen wollen keine heulenden Männer. Einerseits hassen sie Machos, andererseits wollen sie keine “Weicheier”. So, das musste mal raus.
Warum wir uns begeistern sollen liegt doch klar auf der Hand, wegen dem Geschäft. Hier tritt es doch deutlich zu Tage, man gesteht der WM ja nicht mal den Rang der 2. Bundesliga, rein medientechnisch, zu. Eine Mannschaft, die mehr erreicht hat als ihr männliches Pedant darf nur im Vorhof kicken. Eine schlimmere Blöße können wir uns nun wirklich nicht geben. Trotzdem freue ich mich auf das Ereignis und drücke unsern Mädels mehr als den Herren der Schöpfung die Daumen. Auch wenn sie Favoriten sind, leicht wird es trotzdem nicht.
Hallo Mike, schön mal wieder von dir zu lesen. LG in den Osten
Dem Frauenfußball wird auch bei der WM die Berechtigung, weil, wie es gestern TV hieß, die anderen Mannschaften sowieso keine Klassengleichheit aufweisen.
@mayarosa: der Unterschied zwischen Dir und mir ist, dass wir über zwei verschiedene Dinge sprechen. Du redest davon, ab wann Mann Mann ist und ab wann Frau Frau etc. und wie wir Leute wahrnehmen etc.
Ich rede eher von der Reaktion, wenn jemand über mich sagt “Schwuchtel” oder ich über eine Frau “Mannsweib”, dann kann das wegen meiner auch komplett aus der Luft gegriffen und vollkommen grundlos sein, ich habe auch die Klum schon Mannsweib genannt wegen ihrer kalten und schroffen Art. Das hat für mich alles nur nichts mit Diskriminierungen zu tun, Diskriminierungen sind für mich erst da gegeben, wenn jemand bewusst verfolgt wird oder im Alltag Nachteile erfährt wg Rasse, Religion, Aussehen etc. Wer sich “diskriminiert” fühlt, weil er fette Kuh genannt wird oder Schwuchtel oder Großnase setzt den Begriff für das, was wahre “Opfer” sind, fahrlässig weit hinab.
Was die WM als solche angeht: also ich beobachte mich selbst da gerade noch und sehe, das sich mich richtig auf die Spiele freue, weiß aber noch nicht so richtig, ob ich mich von den Medien habe hochkochen lassen oder ob es tatsächlich ein großer Respekt ist, der nun einfach zum ersten Mal befriedigt wird oder was auch immer…bin da noch im Selbststudium.
Es gibt kein “ab wann” ein Mann/Frau ist, was sie sind. Das ist ganz einfach: xx oder xy. Alles andere ist gesellschaftliche oder individuelle Wahrnehmung und Rollenzuschreibung. Und du schreibst ja selbst, dass du den Begriff “Mannweib” im Sinne eines “Schimpfwortes” bzw. negativ verwendest. Mehr sagte ich nicht.
Schönes Transparent heute beim Spiel Deutschland-Kanada (2:1):
Na, wollen wir hoffen, dass die deutschen Damen ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Herr P. meinte, sie hätten vor allem in der zweiten Halbzeit die Torchancen nicht gut genutzt. (Ich selbst habe das Spiel nicht gesehen, bin lieber wieder zurück zum Grillen in den Park und Herr P. hat alleine geguckt).
Na hoppala, dann war die ganze Diskussion vielleicht nur ein Lese- und Rechtschreibproblem? Ich sehe nämlich gerade, du sprichst von dem Begriff “Mannweib”. Ich hingegen sage doch “Mannsweib”. Und sollte ich irgendwo mal das nette Fugen-s vergessen habe, war es tatsächliche Flüchtigkeit. Und ja: DAS macht einen gehörigen Unterschied. “Mannweib” ist so wie du sagst, da unterstelle ich einer Frau zugleich ein Mann zu sein. “Mannsweib” hingegen stellt die Dame klar als Frau hin, ohne Zweifle und Diskussion. Ergänzt es aber um die Wahrnehmung einiger Attribute, die man eher bei Männern verortet hätte. “Mannweib” würde ich zum beispiel auch nie sagen, weil es in der Tat unlogisch ist. Keine Pfennigfuchserei, sondern ein entschiedener und entscheidender Unterschied.
Damit wollen wir es dann aber vielleicht tatsächlich bewenden lassen. Ich selbst habe zu dem Thema ja auch schon einen längeren Blogeintrag verfasst vor einigen Tagen, mit dem Titel “Diskriminatorische Wortprellerei”, findeste hier:
http://thomasbernhard66.wordpress.com/2011/06/20/diskriminatorische-wortprellerei-oder-von-zigeunern-und-schwuletten/
Auf der Grundlage freue ich mich schon auf deinen eigenen Post!
Gruß in die Nacht!
Lieber David,
ich weiß nicht, weshalb du so insistierst. Wir haben halt unterschiedliche Auffassungen und das ist doch okay so.
Die deutsche Grammatik ist unschuldig: Das Fugen-S verursacht nur in Ausnahmefällen einen Bedeutungsunterschied: http://de.wikipedia.org/wiki/Fugenlaut
Wenn du meine Kommentare liest, siehst du, dass es nicht um Lese- oder Rechtschreibfragen geht. Nur auf Dauer war es mir lästig, beide Varianten zu verwenden. Wünsche dir einen schönen Tag!
Fugenlaut, wieder etwas dazugelernt. Den Ausdruck kannte ich noch gar nicht. Fugenlaute gibt es nicht im Steuerrecht. Dort heisst es Umsatzsteuer, und nicht Umsatzssteuer oder auch nicht Einkommenssteuer, sondern Einkommensteuer.
Stimmt. Im Steuerrecht bzw. überhaupt im Recht wird in der Regel auf das Fugen-S verzichtet. Deswegen hatte ich vor Jahren mal mit der kostenpflichtigen Duden-Hotline telefoniert.
Fugenlaute werden überhaupt nur verwendet, wo die Aussprache sonst schwierig wäre, wie in Geburt-tag, aber nicht, wo man sie nicht braucht, wie in Ehren-tag.
Auch das Mordinstrument hat keinen Fugenlaut.
Interessant wird es hier: Mordslust kann, muß aber nicht das gleiche sein wie Mordlust…
Der eine oder andere Dialekt baut allerdings Fugenlaute ein, die das Hochdeutsche nicht kennt.
Liebe Mayarosa,
ja so geht das und ich dachte bei mir: warum reitet die denn so darauf rum, das Thema war doch abgeschlossen.
Ist vermutlich so ein Reflex, dass man denkt, wenn eine eigene Aussage kommentiert wird, dass man da nochmal drauf eingehen müßte;-)
Einen sonnigen Tag ebenfalls!
Glückwunsch zu dem Beitrag und dem Thread, mayarosa, du landest noch in den Charts damit.
Schätze, von den Chartplätzen bin ich meilenweit entfernt. Aber danke
Huch, das war ja ein Kommentarmarathon mit Lerneffekt. Fugen-S und ningeln. Hoffentlich kann ich mir das merken!
Und ja, ich freue mich auch über jedes Mädchen, dass Fußball spielt (eine Kollegin ist Torhüterin). Und ja, ich hoffe, dass meine Enkelin auch alle anderen Möglichkeiten wahrnehmen kann, die einem Mann geboten werden. Trotzdem darf sie auch Zicke sein, und ein Mann darf ihr die Tür aufhalten oder in den Mantel helfen. So wie sie ihm!
Was die WM betrifft, muss ich gestehen, dass sie mich nicht wirklich interessiert, aber das hat die Fußball-W der Männer auch nicht wirklich. Ich habe ir damals die letzten spiele angesehen, das schon. Werde das sicher auch bei den Frauen so machen. Mein Mann aber sieht sich alle Spiele an und lamentiert über die Ungerechtigkeit und das mediale Desinteresse.
Klaus Wowereit hat gestern zugeben müssen, dass das öffentliche Interesse weit unterschätzt wurde, daher gibt es in Berlin auch leider keine Fanmeile. Ein Risiko wollten die Betreiber wohl nicht eingehen. Alles in allem finde ich das sehr schade! Und ich wünsche ALLEN Frauschaften viel Spaß und Erfolg!
Liebe Quiltoma,
würdest Du einem Enkelsohn auch den Gebrauch von Lidschatten, Lippenstift & Co. beibringen?
Mir fällt nämlich auf (MEIN SUBJEKTIVER EINDRUCK!), daß zwar alle den Mädchen doch auch das alles beibringen wollen, was Jungens so treiben, aber umgekehrt den Jungs kaum etwas von den Mädchensachen gestatten! Ich hoffe, daß die Enkel in Zukunft auch alle die Möglichkeiten haben, die den Enkelinnen geboten werden.
Ernsthaft interresiert an der Antwort ist
Der Emil
@Emil. Also ich ja. Wenn er es denn will.
Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die erwachsene Gesellschaft erheblich unentspannt damit umgeht, wenn kleine Jungs Kleidchen tragen.
Er liebte Rosa und lief gerne mit Haarspängchen oder Haarreifen rum. Einen Nachmittag trug er mal das Kleid einer Freundin, war superglücklich auf dem Spielplatz. Kein Kind hatte ein Problem damit .. auch eine Seniorin, die wir trafen war völlig entspannt. Erwachsene unseres Alters dagegen reagierten ziemlich angespannt. Da habe ich mich entschieden, ihm kein Kleidchen zu kaufen obwohl er gerne eines gehabt hätte, denn diese Erwachsenenreaktionen kann er mit drei weder verstehen noch abfedern.
Ich wünsche mir dies: Männer emanzipiert euch, endlich. (Diesen Schritt müsst ihr selber gehen.)
Hurra keine durchgestylten fanmeilen und viewpapalap Geschichten, einfach Beamer auf die Straße und mal sponan weiblich, Ich habe die alle -meilen ausgelassen, überteuertes, schales Bier und Jubel auf Komando is nich so das pralle Leben
@ emil: Da ich selbst keine Lippenstifte und ähnliches benutze, hätten sie mich das wohl kaum gefragt. ABER ich habe ihnen Puppen genäht, sie haben Puppenwagen bekommen, beide haben leidenschaftlich gerne nach ihren Kochbüchern gekocht (und kochen als erwachsene Männer immer noch leidenschaftlich gerne – im Gegensatz zu ihrer Mutter), beide haben sich als Mädchen verkleidet und hätten so auch gerne auf die Straße gehen dürfen. Und ja, wenn sie es gewollt hätten, hätte ich ihnen den Gebrauch von Make-Up gezeigt. Mal sehen, was mein Enkelsohn so später möchte. Da er erst 7 Monate alt ist, haben wir da noch ein bissel Zeit
Und übrigens habe ich einen schwulen Bruder, kenne viele Fummeltrinen und bin daher vielleicht etwas vorbelastet.
Liebe Grüße
Elvira
@ emil: Ich habe in meiner Antwort natürlich meine Söhne gemeint, denn, wie weiter unten beschrieben, ist mein Enkel noch ein wenig zu jung.Aber eine Puppe habe ich ihm auch schon genäht
@ muzungumike: Ich habe mit “Schade” nicht das Fehlen der Fanmeile per se gemeint, sondern den Grund für das Fehlen.
Liebe mayarosa, liebe Elvira,
dann täuscht mich mein Eindruck also nicht … Jungs, die Mädchensachen treiben, werden mehr stigmatisiert als Mädchen, die Jungssachen tun. Irgendwie “schizophren”, diese Bewertung/Beurteilung/Anleitung?
Darüber muß ich mal nachdenken.
[...] dem Emil noch einen Beitrag schuldig. Just, als die Fußballweltmeisterschaft der Frauen losging, gab es auf meinem Blog eine heiße und interessante Diskussion über das Wort „Mannweib“… Ich habe versprochen, dem Wandel der Sprache ein eigenes Post zu widmen. Dem will ich heute [...]