Aktuell nimmt die Arbeitslast riesige Ausmaße an. Meine ehemals bessere Hälfte zieht in weniger als zwei Wochen um. Das heißt: Ich bestelle andauernd neue Küchengeräte und was ich sonst noch ersetzen muss, weil es in die neue Wohnung meines Ex wandert. Gleichzeitig beginnen sich bei uns langsam aber sicher Kartons zu stapeln. Dabei ist die Sommerpause vorbei und ich muss wieder voll reintreten in den Job. Und zu allem Überfluss hat uns allesamt die Erkältungswelle erwischt …

Jedenfalls gewinne ich den Eindruck, wenn ich auf meine Blogstatistik gucke. Ein Artikel über Beratung zu Geldanlage und Steuern sparen und schon kommt keiner mehr vorbei. Heul.

Muss ich doch besser über den ersten Elternabend in der Schule reden? Der war ganz interessant, gestern, aber auch nicht übermäßig aufregend. Interessant, weil ich mal ein paar mehr Eltern zu den Klassenkameraden meines Sohnes gesehen habe und weil ich erfahren habe, wie die Schule das meint mit der individuellen Förderung. Da wird viel geredet, aber in der Praxis unterrichtet eine Grundschullehrerin 20 bis 30 Kinder. In unserer Schule haben die Kids viele Arbeitshefte und dürfen in der Freiarbeit selbständig darin weiterarbeiten. Die Lehrerin prüft stichpunktartig, ob sie die Aufgaben richtig machen. Und wenn das Kind mit einem Heft durch ist, bekommt es den nächsten Schwierigkeitsgrad. So habe ich das zumindest verstanden. Das betrifft vor allem Mathe und Deutsch.

Ansonsten – das übliche: Begeisterte Eltern, die einen richtigen Wahlkampf starten, damit die anderen Eltern sie in die Klassenpflegschaft wählen. Und überhaupt konnten die Eltern gar nicht genug davon bekommen und drängelten sich regelrecht darum, Aufgaben in der Schule zu übernehmen. ;-)

Bin ich gerade darauf gestoßen, in einem Blog-Kommentar. Ich finde den Begriff genial: Webloglebensabschnittszeit. Ein Wort, wie es nur die deutsche Sprache hervorbringen kann. Klasse! Für jeden, der Deutsch als Fremdsprache lernt, natürlich eine Katastrophe. Ist mir aber egal. Für mich ist der spanische Subjontivo, Indefinido und die Unterscheidung ser-estar ja auch eine Katastrophe. Das Blog der Kommentierenden habe ich leider leer gefunden. Schade.

Eigentlich hatte ich mir den Roman als Urlaubslektüre gekauft: „Anleitung zum Entlieben“ von Conni Lubek. Wahrscheinlich ist mir ausgerechnet dieses Buch in die Finger gefallen, weil ich derzeit auch meinen lieben Kampf mit dem Beziehungsleben habe, das dann doch anders läuft, als ich mir das so vorgestellt habe. Und dann bleibt ja das Rätsel: Warum kriege ich das nicht hin? Da kommt so ein Buch über eine Großstadtenddreißigerin im Beziehungschaos und mit Nähe-Distanz-Problemen gerade recht. Jedenfalls habe ich das Buch, zwei Tage vor Abreise, ausgelesen und mich im Anschluss daran an den Rechner gesetzt und den Blog zum Buch gesucht. Das Buch fing nämlich als Blog an und weil der so viele Besucher hatte, wurde ein Buch daraus. Und ich also wieder auf dem Rückweg von der Printausgabe ins www. Ich wollte einfach wissen, ob Lpunkt ihrem Liebhaber am Ende der Geschichte (den Namen verrate ich jetzt nicht mit Rücksicht auf die, die das Buch noch lesen wollen) einen Mann gefunden hat, an dessen Seite sie zufrieden und entspannt sein kann. Jedenfalls saß ich dann noch bis halb zwölf auf dem Balkon, den Laptop auf dem Schoß und dank WLan im Internet. Ich habe die Stelle gesucht, an der das Buch endet und habe von da nach heute gelesen. „Im März 2006″ musste ich dann doch mal ins Bett. So die Arbeit ruft, damit ich morgen packen und am Samstag in den Süden kann.

Ich erwarte ja nicht, dass gleich die ganze Welt mein Blog besucht. Außerdem ist es erst einen Tag online. Also darf man nicht zu viel erwarten. Doch die glatte 0 in der Blogstatistik, das tut irgendwie auch weh. Fühle mich wie ein Halm Heu in einer bis oben gefüllten Scheune. Doch Hilfe ist in Sicht. Habe mit ein bisschen googeln gleich drei Beiträge dazu gefunden, wie mache ich mein Blog bekannt, samt Anleitung zum Trackback, was ich hiermit ausprobiere. Danke an Robert und Michael.