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Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Liebe CSU,

Ausländer sollen in der Öffentlichkeit Deutsch reden und zuhause gefälligst auch, fordern Sie in Ihrem Leitantrag… oder Leidandrag? (als Frrängin machd es eh keinen Underschied).

Also, was genau meinen Sie? Oder soll ich fragen, wen? Ich bin gebürtige Frrängin (Deutsch: Fränkin). Das, also Frrängisch, ist meine Muttersprache. Meine dritte Fremdsprache ist Deutsch. Meine erste war Englisch, meine zweite Französisch. Meine vierte Spanisch. Sie haben recht, Deutsch zu sprechen ist wichtig, wenn man außerhalb seines direkten Sprachumfelds verstanden werden möchte. Deswegen habe ich ja Hochdeutsch gelernt, so dass mich auch Menschen in Hamburg, Köln oder Leipzig verstehen. In den 26 Jahren meines Lebens in Ihrem schönen Bundesland und auch wenn ich später zu Besuch da war, habe ich selten Deutsch gehört, von Coburg bis Garmisch, von Passau bis Neu-Ulm oder Würzburg, von Augsburg bis Hof reden die Menschen viele Sprachen, darunter Ober- und Niederbayerisch, Schwäbisch, Oberpfälzisch, Mitttel-, Ober- und Unterfränkisch. Gerade außerhalb der größeren Siedlungen ist es für deutschsprechende Menschen etwa aus anderen Bundesländern unseres schönen Deutschlands oder Deutschsprechende mit Migrationshintergrund mitunter schwierig, zu verstehen, was in der Öffentlichkeit so gesprochen wird. Ja selbst ich brauche mitunter einen Dolmetascher, wenn ich mich etwa in Altbayern bewege. Vielleicht geben Sie Deutschkurse für Einheimische? Wär doch mal ein Anfang für eine bessere Integration.

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Mein Leben ist gerade so pickepacke voll, dass mein Bloghäuschen leider etwas in den Hintergrund geraten ist. Aber heute las ich etwas in der Zeitung, das ich mit euch teilen möchte.

In einer Kolumne im KStA macht sich Peter Manshausen, 17 Jahre, Redaktionsmitglied der Jugendseite der Zeitung, Gedanken über das Unterrichtsfach Religion:

„Religionsunterricht sollte nicht abgeschafft werden. Denn die jüdisch-christliche Überlieferung gehört zur Allgemeinbildung, die Schulen vermitteln müssen. Dazu gehören aber auch Islam, asiatische Religionen, Naturreligionen und moderne Sekten. Kinder nach ihrer Religionszugehörigkeit zu trennen, kann nicht im Sinne der Integration sein. Der Religionsunterricht sollte informieren über die Vielfalt der Religionen und Weltanschauungen der Erde.“

Wie recht er hat. Bei uns im Viertel steht eine schöne, große katholische Kirche. Hohe Räume, Mystik, schönes Licht. Ein Tempel eben. Ich selbst bin katholisch geboren, aber längst konfessionslos. Dennoch genieße ich manchmal die mystische Stimmung in diesem Gebäude und meditiere ein bisschen vor mich hin. Und dann denke ich mir: Kostet verdammt viel Geld, diese Kirche zu unterhalten. Da ich sie gelegentlich nutze, sollte ich meinen Beitrag leisten. Klar werfe ich ein paar Münzen für angezündete Kerzen in die dafür vorgesehene Sparbox. Aber das meine ich nicht.

Wie schön wäre es, wenn dieser Tempel allen Bewohnern unseres Viertels offen stünde und alle gemeinsam etwas daran tun, das Gebäude zu unterhalten. Wie wäre es, wenn Buddhisten, Christen aller Konfessionen, Muslime ebenfalls aller Konfessionen, Juden, Hinduisten, alle mit Privatreligionen und wer sonst noch möchte hier zur Einkehr finden kann und in seiner Façon beten oder meditieren kann. Wie wäre es, wenn eine Ecke mit Gebetsteppichen ausgelegt wäre, woanders Jesus am Kreuz hängt oder Maria ihr Baby wiegt und wieder woanders Buddha freundlich in die Welt lächelt. Analog für andere Glaubensgemeinschaften. Ich fände das großartig und Integration at it’s best. I have a dream. Und ich weiß, wie weit er von der Wirklichkeit weg ist. Aber träumen wird man ja noch dürfen …

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„Ich habe nichts zu verbergen“, das habe ich diese Tage erst wieder gehört als es um das Thema Datenschutz ging.

Mag sein. Kann trotzdem ganz praktische Nachteile für dich haben. Warum es dich betreffen kann, obwohl du sparsam mit deinen Daten umgehst und keinen Schufa-Eintrag hast, erklärt dieser Beitrag. Manchmal reicht es, ein Mann zu sein, eine bestimmte Adresse zu haben oder einen Migrationshintergrund. Diskriminierend? Ja, schon.

Hier die Website zu dem Projekt: http://stry.tv/2013/08/01/st_ry-video-folge-1/

2010 habe ich selbst mal getestet, welche Rückzahlwahrscheinlichkeit mir die bekannten Auskunfteien einräumen: https://mayarosasweblog.wordpress.com/2010/11/21/big-brother-und-die-bonitat/

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Juli Zeh, Ilija Trojanow (beide veröffentlichten 2009 das Buch „Angriff auf die Freiheit“) haben zusammen mit anderen Schriftstellern in der FAZ einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel veröffentlicht. Den Text haben sie parallel als Petition auf change.org gestellt, so dass jeder unterzeichnen kann.

In einem Zwischenruf für die Tagesschau entwirft Juli Zeh das Bild von einem Haus in das eingebrochen wird und macht so bildhaft, was in der NSA-Affaire eigentlich gerade passiert.

 

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Und was tun wir?

Sicher ist, dass so oder so unser bekanntes System von Freiheit, Grundrechten und Demokratie gefährdet ist und zerbrechen kann.

Das Zitat entstammt einem Artikel von Yvonne Hofsetter in der faz-online.

Verweisen möchte ich an dieser Stelle außerdem auf die Fotos auf dem Blog von Elvira, die in Berlin die Ausstellung zu den Mauern unserer Welt besucht hat.

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… du statt einer Frau ein Mann oder statt eines Mannes eine Frau wärst?

In einem Interview spricht Dustin Hoffman über seine Rolle in der Serie Tootsie (1982), in dem er eine Frau spielt und darüber, wie sich diese Verwandlung für ihn anfühlte; was ihn offensichtlich zu Tränen gerührt hat, seht selbst:

Ich wüsste gerne, was du dazu denkst. Stell dir vor, du hättest das gegenteilige Geschlecht. Schau dich im Spiegel an. Schau dir in die Seele. Was denkst du? Würdest du dich in dich verlieben? Was veränderte sich an deiner Arbeit? Wärst du gleichermaßen akzeptiert? Hättest du gleichermaßen Anerkennung? Mehr davon? Weniger davon?

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Ich muss das jetzt doch noch mal loswerden. Politische Korrektheit geht manchmal echt nach hinten los bzw. kann auch völlig daneben sein, wie letztens im Kinderkanal. Es war Freitagabend, Herr P. wollte gerne Lollywood, den Spielfilm um 19:30 gucken. Es kam Lucky Luke. Alles klar.

Was mir erst im Laufe des Films dünkte: Es handelte sich nicht um das Original, wie ich es aus meiner Kindheit kannte, sondern um eine bearbeitete, den heutigen moralischen Vorstellungen angepasste Version. Und die war überaus fragwürdig.

Lucky Luke rauchte mit dem Indianerhäuptling keine Friedenspfeife, sondern tauschte Antiraucherpflaster aus. Wie bescheuert ist das denn? Passt auf: Irgendwann muss sogar noch Winnetou in den Entzug! How.

Auch die Frauenrollen bei Lucky Luke waren überarbeitet: Die Tänzerin im Saloon war offenbar beim Schönheits-Chirurgen. Jedenfalls schleuderte sie ihre Pracht in Körbchengröße Doppel-D durch die Gegend, dass ich ganz irritiert war. Ist das noch Kinderfilm, oder schon pornografisch, fragte ich mich und rieb mir verwundert die Augen. Begleitet wurde sie von magersüchtigen Hintergrundtänzerinnen. Eine Frauenrolle war mit einer intelligenten Frau besetzt. Sie war allerdings im Vergleich hässlich.

Ich würde zu gerne mal das Original mit der neuen Version vergleichen. Und ich möchte, dass solche Leute die Finger lassen von Astrid Lindgren oder Ottfried Preußler. Sie zerstören mit fragwürdigen Moralvorstellungen großartige und ausgeprochen liebevolle Literatur. In Sachen Negerkönigen halte ich es mit Samuel L. Jackson,  afroamerikanischer Schauspieler, der im Interview die Aufregung nicht richtig nachvollziehen konnte: „Nun, es ist immerhin ein König.“

Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Geschlechterklischees. Unsere Vorstellung vom eigenen und vom anderen Geschlecht und unsere Erwartungen an die jeweils auszufüllende Rolle, sind nicht vorgegeben. Sie sind gemacht. Von vielen kleinen Einflüssen von Babybeinen an wird unser Rollenbild geformt. Auch vor diesem Hintergrund sollten wir uns gut überlegen, ob wir die Literatur nicht lieber in der Gestalt ihrer Zeit lassen und sie mit diesem historischen Kontext lesen und spüren, wie sich die Welt seither verändert hat. Und wenn sie schon adaptiert wird, muss das 1. deutlich formuliert werden und 2. von Menschen gemacht werden, die Werke nicht verschlimmbessern, wie die Macher vom neuen Lucky Luke.

Hier habe ich heute eine tolle Internetzeitung entdeckt und einen intersesanten Artikel zum Thema Hirnforschung und Geschlechterklischees.

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