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Archive for the ‘Kommunikation’ Category

Oh du meine Heimat

Ich räume Mails auf, darunter auch Duden-Newsletter und habe dabei dieses Schätzchen gefunden:

Das schönste deutsche Wort …

… wurde 2004 im Rahmen eines vom Deutschen Sprachrat initiierten internationalen Wettbewerbes gekürt. Die folgenden Wörter wurden aus 22.838 Einsendungen aus 111 Ländern ausgewählt:

1. Habseligkeiten
2. Geborgenheit
3. lieben
4. Augenblick
5. Rhabarbermarmelade

Die im Inland wie Ausland am häufigsten genannten Wörter waren „Liebe“ – Spitzenreiter in Bulgarien, Österreich, der Schweiz und Slowenien – und „Gemütlichkeit“ – auf Platz 1 in den USA. In Finnland und Polen waren es „Vergissmeinnicht“, in Frankreich und Italien „Sehnsucht“ und in den Niederlanden „Fingerspitzengefühl“. (Quelle: Duden-Newsletter vom 18. Jan‘ 2013)

Ist sie nicht wunderschön, unsere deutsche Sprache?!

Wörter wie Heimat, Geborgenheit, Augenblick … bildhaft, sinnlich, emotional – da geht der Himmel auf, gibt der Frühlingssonne Raum und der letzte Rest Winter schmilzt dahin wie Schokolade auf der heißen Herdplatte….

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Heute ist einer dieser Tage, wo ich mich frage … nein, wo ich mir was wünschen dürfen wollte.

Würd‘ ich mir was wünschen dürfen, heute wüsst‘ ich was: Ich würde Leute, wie die Fimautoren des Antiislamfilms, der derzeit die Wellen hochschlagen lässt gemeinsam mit den radikalislamischen Kräften, die diese Provokation dankend annehmen, um Menschen aufzuhetzen und Städte in Brand zu stecken, all diese Radikalen schickte ich in das australische Outback oder die Einsamkeit von Arizona oder in eine beliebige andere menschenfreie Zone, ich gäbe ihnen genug Waffen. Und ließe ich sie mit ihrem Hass allein zurück. Dann können sie in Ruhe ihren Hass aufeinander ausleben, sich gegenseitig beschimpfen, kloppen oder niedermetzeln. Und der Rest der Menschheit kann zufrieden in Frieden leben.

Ja, die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, ebenso wie die Menschenrechte, demokratische Strukturen und die daraus resultierenden Rechte auf Gleichbehandlung, Religionsfreiheit und so weiter.

Und ja, in den USA gilt eine besonders extreme Meinungsfreiheit. Dort darf ja auch ungestraft der Holocaust geleugnet werden. Aber wie geht ein demokratischer Staat damit um, wenn die Freiheiten, die er gewährt, gezielt dazu genutzt werden, um global Unfrieden zu stiften und Gewalt zu provozieren? Wie geht ein Staat damit um, wenn einzelne unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit andere so beleidigen, dass widerum für nochmal andere Menschen Gefahr für Leib und Leben besteht?

Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Beleidigung?

Ich habe mir vorhin einen Ausschnitt aus dem Film angesehen, der in der Kritik steht. Mohammed wird darin mehr oder weniger als Volltrottel dargestellt.  Klar, es ist offensichtlich eine Satire. Aber lustig finde ich sie nicht. Gechmacklos trifft es schon eher.

Und es ist ein Unterschied, ob ein Jude Judenwitze bzw. ein Türke Türkenwitze macht, oder ob jemand, der im Verdacht steht, antisemitisch oder ausländerfeindlich zu sein, solche Witze reißt. So manche türkischstämmige Komiker hierzulande nutzen dies für sich aus und besetzen Themen, die ein deutsch-Deutscher nicht so ohne Weiteres liefern kann.

Freilich rechtfertigt kein noch so schlechter Film Gewalt. Aber diese Gewalt wird gezielt geschürt. Und die Filmemacher sind keineswegs tolle Demokraten, die unschuldig ihre Meinung sagen, es sind Anitislamisten, die mit den Islamisten gemeinsame Sache machen und versuchen, die Welt in Brand zu stecken.

Vielleicht könnten klare Distanzierungen von  beiden Seiten der Radikalen durch die Politiker der betroffenen Länder ein bisschen Ruhe in die Wogen bringen und die Gemüter etwas abkühlen lassen. Ich wünsche es mir.

Wie gesagt, am liebsten würde ich alle radikalen Kräfte mit Waffen in die Wüste schicken, in einen ansonsten menschenleeren Teil wohlgemerkt.

Nachtrag: Bei den Momos hat Herrr Momo dieses Video gepostet und ich finde, es passt einfach hierher. Bin zwar an sich kein Hiphopper, aber dieser Song hat mich doch berührt. Danke Herr Momo für’s Zeigen.

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Sprache lebt. Und alles, was lebt, kann sterben. Auch Wörter. Hier einige Beispiele für ausgestorbene Worte, die mir per Duden-Newsletter auf den Laptop geflattert sind:

Zitat Anfang:

beleibzüchtigen [mit einer Leibzucht – einem lebenslangen Unterhalt – versehen]: 1880 bis 1926 im Rechtschreibduden

Bdellometer [„künstlicher Blutegel“, Schröpfapparat als Ersatz für Blutegel]: 1880 bis 1926 im Rechtschreibduden

Pomadenhengst [Mann mit stark pomadisierter Frisur]: 1915 bis 2000 im Rechtschreibduden

Selbstwählferndienst [Telefonieren ins Ausland ohne „Fräulein vom Amt“]: 1961 bis 2000 im Rechtschreibduden

Zitat Ende

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Zahlen schinden Eindruck. Sie geben vor, etwas zu belegen, konkret auf Strich und Komma genau. Zahlen werden eingesetzt, um zu überzeugen, das eigene Argument zu stärken. Jeder kennt das Sprichwort „Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ Und doch scheinen wir Menschen scharf auf Zahlen zu sein, auf mathematische Beweise einer Wirklichkeit.

Oft spiegeln diese Zahlen keine Wirklichkeit, sondern konstruieren Scheinwirklichkeiten im Sinne des Absenders. Sie beeinflussen die Gedanken und vor allem die Glaubenswelten von Menschen, sie manipulieren. Dabei muss man eigentlich nur genau hinsehen, und viele Zahlenkonstruktionen fallen zusammen, wie ein Kartenhaus bei Wind.

Drei Beispiele aus den letzten Tagen:

Ausländerbericht der Bundesregierung: Die Bezeichnung Ausländerbericht in Kombination mit Zahlen über die Integration von Einwanderern scheint die Autorin des Artikels im Stadtanzeiger (KStA vom 28. Juni 2012, gedruckte Ausgabe, S. 6/Politik, Christina Michaelis) so verwirrt zu haben, dass sie die beiden Begriffe selbst nicht mehr auseinanderhalten konnte. Jedenfalls verwendet sie im gesamten Artikel Ausländer und Migranten synonym, was schlicht falsch ist. Eins plus eins ist ja auch nicht drei, weil es gerade bequemer so wäre. Ein Ausländer in Deutschland ist jemand mit einem nicht-deutschen Pass, z.B. mein Exfreund, der ist Luxemburger, geboren in Bremen, deutsche Eltern, aufgewachsen in Luxemburg und Staatsbürgerschaft angenommen. Ein Migrant ist jemand nicht-deutscher Abstammung, der aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert ist. Die Staatsbürgerschaft kann deutsch sein, muss aber nicht. Jemand mit Migrationshintergrund ist jemand, von dem einer oder mehrere Vorfahren nicht-deutscher Abstammung nach Deutschland eingewandert sind. Hier sind die meisten deutsche Staatsbürger laut dem Ausländerbericht. Wobei mir nicht ganz klar ist, wie viele Generationen lang dieser Status „Mensch mit Migrationshintergrund“ anhält. Ist z.B. der Klassenkamerad meines Sohnes mit einer in Deutschland geborenen Mutter mit kroatischen Eltern und deutschem Pass und einem deutschen Vater nun ein Kind mit Migrationshintergrund? Vielleicht. Wenn also die Oma aus der Türkei, Italien, Griechenland, den USA oder Timbuktu kommt, ist man Mensch mit Migrationshintergrund. Wie viele Generationen lang? Der Komilitone mit dem eigenartigen Namen, der eigentlich durch und durch Franke war, dessen Vorfahren aber anno dazumal aus Osteuropa nach Deutschland kamen, ist das dann ein Deutscher? Ach ja, und die Russlanddeutschen, die kein Wort deutsch sprechen, aber eine deutsche Uromma in den deutschen Ostgebieten hatten, das widerum sind dann ja Deutsche? Grmpf. Ist das kompliziert. Will sagen, bevor ich mit den Zahlen wirklich etwas anfangen kann, die Aussagen über Menschen treffen in diesem Ausländerbericht,müsste ich erstmal wissen, welche Menschen genau gemeint sind.

Ist dies nicht klar definiert und kommuniziert, kocht sich jede/r seine eigene Wirklichkeit und bestätigt all seine vorhandenen Vorurteile, die sich durch die Zahlen ja so wunderbar belegen lassen. Ein Zitat aus dem besagten Artikel: „Mehr Migranten machen Abitur. Jeder vierte ausländische Schüler ging im Schuljahr 2010/2011 auf ein Gymnasium.“ Migranten, deren Nachkommen (=Migrationshintergrund) oder Ausländer, wen meint sie jetzt?

Oder meint sie dann doch bloß die Menschen mit türkischer, arabischer, afrikanischer, vielleicht noch italienischer und griechischer Abstammung und nimmt die Einwanderer(kinder) aus Frankreich, Spanien, USA, Schweden, Irland etc. aus? Das wäre dann nochmal eine ganz neue und äußerst merkwürdige Definition.

Verlinken kann ich nicht, weil der KStA online einen anderen Text hierzu stehen hat.

Todesursachen – derzeit ist es opportun, dass das Rauchen schuld ist

„Jährlich sterben laut einer Studie der Uni Münster aus dem Jahr 2003 rund 3300 Nichtraucherinnen und Nichtraucher in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens“ Aha, diese Studie will ich sehen! Wie groß ist die untersuchte Probantengruppe? Wie wurde die Studie angelegt? Welche Annahmen wurden zugrunde gelegt? Wie gesichert kann bei den jeweiligen Todesfällen die Todesursache eindeutig auf einen Faktor zugeschrieben werden?

Um gleich etwas klarzustellen: Das Einatmen von Zigarettenrauch ist ungesund. Das ist wissenschaftlich hinreichend belegt. Ebenso wie das Einatmen von Auto- und Industrieabgasen oder der Konsum von Antibiotika und Hormonen über Trinkwasser und Hähnchenfleisch. Aber wie will ich zahlenmäßig festlegen, wie viele Menschen an der Ursache Zigarettenrauch verstorben sind? Sorry, das ist albern. Das geht bei Autounfällen gut, weil der Mensch vorher noch ganz gesund war und erst weil ihm ein Besoffener in die Karre gerast ist, der Kopf plötzlich nicht mehr fest auf dem Körper sitzt. Klare Sache. Aufprall. Tod. Ursache eindeutig. Aber gerade Krebserkrankungen (ebenso wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen) haben so viele verschiedene verursachende Faktoren, dass sich keine eindeutigen Rückschlüsse ziehen lassen, warum der betreffende Mensch erkrankt bzw. stirbt. Unter dem Deckmantel universitärer Quellen wird hier Propaganda betrieben. Sonst nix.

Preisvergleich in Europa/Eurostat

Am 26. Juni 2012 hat der KStA einen Artikel zum Thema Lebenshaltungskosten in Europa (Wirtschaft, S. 9) – mit Zahlen vom europäischen Statistikamt. Danach sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz um 61,8 Prozent teurer als in Deutschland, in Polen sind sie um 39,9 Prozent niedriger. Was sagt mir das? Geht es den Menschen irgendwo besser? Sind sie wohlhabender? Das weiß ich nicht. Dazu müsste ich den repräsentativen Warenkorb z.B. die durchschnittlichen Haushaltseinkommen entgegensetzen. Erst wenn ich die Ausgaben mit den Einnahmen in Beziehung setze, weiß ich, wie viel ich mir für mein Geld kaufen kann. Aber anstatt den detstatis-Zahlen das Einkommensniveau entgegenzusetzen, vielleicht auch noch das Einkommensgefälle oder die Rate an Eigenheimen im Vergleich zu Mietwohnungen, beharrt Autorin Evelyn Binder darauf, dass die Lebensmittel in Deutschland ja sooo billig gar nicht seien, wie von Lebensmittelhändlern behauptet, schließlich seien sie in den Niederlanden und in Italien noch billiger. Ganz großes Kino. Echt jetzt.

Ich will den verantwortlichen Journalisten noch nicht mal einen Vorwurf machen. Vielleicht ist ihre Arbeit inzwischen so verdichtet, dass keine Zeit mehr haben, gegenzulesen, was sie so schreiben und erst recht keine Zeit, darüber nachzudenken oder gar zu recherchieren. Aber genau das wäre meiner Auffassung nach eine der ureigensten Aufgaben von Journalisten, Zusammenhänge erkennen und hinterfragen.

Mit dem Journalismus ist es halt wie mit dem Billigfleisch. Qualität kostet Geld. Und da in den Chefetagen der Verlage heute selten Journalisten, sondern meistens Kaufleute sitzen, der Druck hoch ist, weil im Internet die Gratiskultur herrscht, sind die Redaktionen ausgedünnt und ausgedünnter worden. Der Output wurde gleichzeitig erhöht. Kein Wunder, wenn da nurmehr einfache Vervielfältigung irgendwelcher gelieferten (geschenkten) Texte passiert, ohne das, was eine Qualitätsredaktion eigentlich leisten sollte. Aber Qualität kostet halt Geld.

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„Ich zeig‘ euch die Welt, widde widde wie sie mir gefällt…“ so in etwa wird es wohl die UEFA sehen, wenn sie nach Belieben die  Bilder im Fernsehen zeigt und nach ihrem Gusto zusammenschneidet, wie es ihrem Image dient. Das ist Manipulation und hat nichts mit Berichterstattung zu tun. Dann hätte es nicht das Tränenbild von der Deutschen beim 2:0 gegeben (Tränen, die bei der Hymne geflossen sind), sondern vielleicht eine sponane Kundgebung für Timoschenko, weil irgendwelche Stadionbesucher plötzlich Banner hochhalten oder bengalische Feuer, durchgedrehte, aggressive Fans oder oder… wir wissen es nicht, die UEFA hat es uns nicht gezeigt.

Aber das ist ja klar, wenn man den Bock zum Gärtner macht. Das Problem liegt anderswo. Ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich las, dass die UEFA die Regie führt. Bitte? Eine Dauerwerbesendung namens Fußball-EM, weil nicht mehr ARD und ZDF bestimmen, was über die Kiste flimmert, sondern die PR-Abteilung eines Unternehmens zu besten Quoten schalten und schneiden kann, wie sie will? Das ist aber mal ein heftiger Konstruktionsfehler, der Konsequenzen haben sollte.

Übertragungsrechte einzukaufen ist eine Sache, aber sich auskaufen zu lassen (so wie die ARD-Sender ihrerseits ihre freien Autoren auskaufen, so dass sie ihre eigenen Beiträge noch nicht mal auf der eigenen Webseite zeigen dürfen, nebenbei bemerkt), das ist eine andere.

Hier muss was passieren. Ich möchte schon gerne wissen, ob ich es mit Werbung oder Berichterstattung zu tun habe. Und Werbung muss in Deutschland als solche gekennzeichnet werden. Aber jetzt weiß ich wenigstens, warum ich diese EM  so friedlich wahrgenommen habe.

Mein Bild oben ist von gestern vor der völlig überfüllten italienischen Bar Celentano im Agnesviertel. Für Autos und Linienbusse, die während des Spiels hier langfahren mussten, ein Horror, weil auch die gesamte Straße voller Menschen war (etwa 2/3 der sichtbaren Menschen sitzen und stehen nicht auf dem Gehweg sondern der Straße).

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Banken haben naturgemäß sehr viel Geld. Auch für ihre PR geben sie sehr viel Geld aus. Und trotzdem will das mit dem sauberen Image nicht so richtig klappen:

Goldman & Sachs steht in der Kritik, weil die Kunden intern als Muppets bezeichnet werden. (Hintergrund: muppet bedeutet im britischen Englisch so viel wie Depp/Blödmann). Nun wurde ein Video produziert: Die Muppets schlagen zurück (leider weiß ich nicht, wie ich das Video direkt einbinden kann)

Der Deutschen Bank fällt ihr Nachhaltigkeitsbericht auf die Füße. Kritik hagelt es nicht nur von Organisationen wie Foodwatch, sondern auch von der Financial Times Deutschland, die nun  nicht gerade als linkes Blatt verschrien ist.

Aber es ist auch kein Wunder, dass die Banken so viel in ihr Image investieren. Schließlich hängt die Wechselbereitschaft bei uns Kunden mehr vom Image als von der Leistung ab, hat eine Studie herausgefunden. Nun kann ich die Qualität der Studie nicht beurteilen. Plausibel scheint mir das Ergebnis schon, denn wir sind oft viel zu faul, uns mit der wirklichen Leistung oder gar dem moralischen Background zu beschäftigen und Anbieter wirklich zu vergleichen. Und oft genug lassen wir uns von Versprechungen einlullen oder wollen einfach auch ein Stück vom Kuchen.

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„Die Aufhebung der Anbindung der Schutzmaßnahmenpakete an die Kennzeichnung ist gleichzeitig auch eine Voraussetzung für die Umsetzung des vom AGS erarbeiteten Risikobewertungskonzepts für krebserzeugende Stoffe.“
Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Im Satz potenziell verfügbare aber nicht benutzte Verben/Tunwörter:

aufheben, anbinden, kennzeichnen, voraussetzen, umsetzen, bewerten, erzeugen

Tatsächlich verwendete Verben/Tunwörter:

sein

Alles klar?

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