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Posts Tagged ‘Datenschutz’

„Ich habe nichts zu verbergen“, das habe ich diese Tage erst wieder gehört als es um das Thema Datenschutz ging.

Mag sein. Kann trotzdem ganz praktische Nachteile für dich haben. Warum es dich betreffen kann, obwohl du sparsam mit deinen Daten umgehst und keinen Schufa-Eintrag hast, erklärt dieser Beitrag. Manchmal reicht es, ein Mann zu sein, eine bestimmte Adresse zu haben oder einen Migrationshintergrund. Diskriminierend? Ja, schon.

Hier die Website zu dem Projekt: http://stry.tv/2013/08/01/st_ry-video-folge-1/

2010 habe ich selbst mal getestet, welche Rückzahlwahrscheinlichkeit mir die bekannten Auskunfteien einräumen: https://mayarosasweblog.wordpress.com/2010/11/21/big-brother-und-die-bonitat/

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Die Weihnachtsansprache kenn ich vom Bundespräsidenten und anderen Staatsoberhäuptern und der Papst gibt allen seinen Segen, aber warum soll ein anderer Promi nicht auch eine Weihnachtsansprache halten, besonders, wenn er wirklich etwas zu sagen hat:

„Unser Privatleben hilft uns zu bestimmen, wer wir sind und wer wir sein wollen.“ – Allerdings kennen Kinder von heute kein Privatleben mehr, meint Snowden. Und mir dünkt, es stimmt: Mit GPS-Empfänger in der Tasche wird jeder Schritt verfolgt und analysiert, eingeloggt in die sozialen Netze werden alle Zusammenhänge von Likes und Freunden und Standorten analysiert …

Herrn P. habe ich eingeschärft, das GPS auszulassen. Wenn soziale Netze dazu kommen, immer ausloggen vor dem Surfen. Ob es viel nützt, ich weiß es nicht.

Ich wünsche mir für 2014: Mehr Privatsphäre für alle. Hier muss mindestens Europa aktiv werden, besser die UN.

In Großbritannien auf Channel 4 scheint es bereits seit 11 Jahren üblich, Persönlichkeiten jenseits der Queen zur Weihnachtsansprache zu bitten, wie hier aus dem tn3-Artikel zu erfahren ist.

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Mit der Januarausgabe des „journalist“ flatterte mir heute ein Artikel ins Haus, der es in sich hat. Politiker in den USA, aber auch deutsche Unternehmen, möchten die Netzneutralität aufgeben.

Netzneutralität bedeutet: Jedes Datenpäckchen im Internet wird gleich behandelt. Egal, ob es diesen Blogbeitrag transportiert, eine Mail an den Liebsten, ein Video bei youtube oder einen Livestream einer Regierungserklärung, Kochschow, Fußballübertragung oder Propaganda von wem auch immer.

Jetzt ist es so: Wer im Stau steht auf der Datenautobahn, muss warten. Punkt. Und die Staus werden eher mehr als weniger, weil die (alten) Leitungen die vielen Videos und anderen Multimediaanwendungen kaum noch tragen können.

Geplant ist: Es sollen Tarife entwickelt werden, mit denen sich Unternehmen/Organisationen Vorfahrt im Internet einkaufen können. Wenn Stau ist auf der Datenautobahn, werden diese durchgewunken. Die anderen müssen umso länger warten.

Das erinnert mich an den Papst, als er 2005 in Köln war. Er nächtigte mitten in der Innenstadt. Selbst wer da wohnte und zuhause war, hatte Schwierigkeiten heim oder weg zu kommen. Tagelang durfte dort kein Fahrrad langfahren. Gut, ein paar Umwege nimmt man für so hohen Besuch in Kauf. Was mich dann richtig genervt hat: Es war Wochenende. Ich war joggen im Stadtwald und fuhr gerade zurück. Offenbar stieg 15 Kilometer weiter, draußen auf dem Marienfeld der Papst gerade in sein Papamobil. Jedenfalls wurde alles – ich meine wirklich alles – abgesperrt. Ich stand mit meinem Auto fünf Minuten Fußweg von zuhause weg. Ich wartete und wartete und fing an zu frieren. Schließlich war ich vom Laufen nass geschwitzt. Okay, dachte ich. Ich hole das Auto später und laufe nach Hause. Nix da.  Alles Betteln und Beweisen einer völligen Unbewaffnung – hatte ja nur Joggingklamotten an – half nichts. Ich durfte die Straße über eine satte Stunde lang nicht überqueren. Die Durchfahrt des Papstes mit seinem Gefolge selbst dauerte ungefähr 30 Sekunden.

Gut, das gehört jetzt nicht wirklich zur Netzneutralität oder vielleicht doch? Denn soweit ich das verstehe, könnten sich dann zahlungskräftige Kunden einfach Datenautobahnen reservieren. Alle anderen haben das Nachsehen.

Der Artikel von Peter Welchering (Link zum Blog des Journalisten, Artikel liegt nur gedruckt vor) geht noch viel tiefer und weiter. Da geht es darum, technisch in die Datenpakete hineinzuschauen, um sie – abhängig vom Inhalt – schneller oder langsamer zu transportieren etc. Bin weder Nerd noch Tecchi und muss das alles noch mal in Ruhe lesen, um es wirklich zu verstehen. Aber eines ahne ich tief in mir:

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ein Narr, wer meint, dies würde nur zu unserem Komfort genutzt.

Nachtrag am 5. Januar 2011:

Die Jungs und Mädels bei heise kennen sich viel besser mit dem Thema aus und haben eine eigene Themenseite Netzneutralität

Und eine Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages vom März 2010 zum Thema Netzneutralität.

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Es ist schon verrückt, mit welch‘ unglaublichen Sprüchen Politiker in demokratischen Staaten derzeit von sich reden machen. Da bleibt einem die Spucke weg, von so wenig demokratischer wie rechtsstaatlicher Gesinnung.

Einer davon ist der demokratische Senator Joe Lieberman. Er ereifert sich gegen die New York Times und fordert ein „Anti-Wikileaks-Gesetz“, das dafür sorgen soll, dass künftig nicht nur diejenigen juristisch belangt werden können, die vertrauliche Informationen weitergeben, sondern auch Journalisten, Medien oder Internetportale, die sie veröffentlichen. Was Lieberman plant, beschreibt Torsten in seinem Notizblog.

Lieberman ist ein sehr mächtiger Mann in den USA. Laut KStA wird denen zugerechnet, die auf Unternehmen wie ebay, Amazon, Visa oder Mastercard erheblichen Druck ausgeübt haben.

Wikileaks stelle die Demokratie auf den Prüfstand schreibt Sophie Albers auf Stern-Online in einem sehr prägnanten Kommentar, wie ich finde. Sie geht darin auch auf die ganzen Schnüffelgesetze und Kontrollen ein, mit denen wir seit dem 9. September 2001 überschüttet werden. Und sie beendet ihn mit diesem Zitat einer Kollegin des Guardian:

‚ „Was von den aufgebrachten Beamten unserer Demokratien zu hören ist, ist vor allem das bockige Geschrei von Kaisern, deren Kleider das Internet zerrissen hat“, schreibt Simon Jenkins im „Guardian“ über das Verdienst von Wikileaks. Eben diese Kaiser, die immer wieder sagen: „Wenn Sie nichts zu verbergen haben, haben Sie nichts zu befürchten.“ ‚

Anders gesagt: Der Staat will einen gläsernen Bürger, aber Sichtschutz aus Blei, wenn es um seine eigenen Interessen geht.

Wie passend, dass die USA 2011 den World Press Freedom Day ausrichten.

Wie passend auch, dass mein Sohn morgen ein Theaterstück aufführt, in dem es um Demokratie und Diktatur geht. Sie haben in der Klasse „Der überaus starke Willibald“ von Willi Fährmann gelesen. Die Geschichte handelt von einem Mäuserudel, das zunächst immer gemeinsam abstimmt. Bis eines Tages die Tür zum Garten offen ist, in dem es eine Katze geben soll. Da kommt Willibald, sagt, mit einem Boss seien die Mäsue viel schneller und sicherer als mit einem Präsidenten und den vielen Abstimmungen. Willibald setzt sich an die Spitze des Mäuserudels, entscheidet fortan alleine mit seinen zwei Gehilfen und gibt der Albinomaus Lilli die Schuld an der offenen Tür (und an allem anderen auch) (…) Ich erlaube mir ein Zitat aus dem Buch „Wer zu viel sieht sieht, der denkt zu viel. Wer denkt, der ist gefährlich.“

Es ist eben nicht nur „Partyklatsch“, wie Frau Merkel die Enthüllungen abtut. Hier ein paar Beispiele:

USA haben Deutschland unter Druck gesetzt, im Zusammenhang mit der Verschleppung El-Masris keine CIA-Agenten zu verhaften.

Rästel um entführtes Waffenschiff aufgeklärt

Ergänzung: Hier der Monitor-Beitrag von gestern zum Thema, der das Wikileaks-Thema, wie ich finde, ganz gut einordnet. Dank dir Tom, für den Hinweis.

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Die Aufregung um Wikileaks hält ja nun schon seit Tagen an. Julian Assange als Robin Hood des Internetzeitalters? Könnte man fast meinen. Die einen verehren und feiern ihn, die anderen möchten ihn umbringen. Alles im Namen von Freiheit, Vertrauen, Transparenz. Dabei ist eigentlich nur passiert, was schon immer passiert. Im großen Stil zwar, aber dem technisierten Zeitalter irgendwie auch entsprechend. Undichte Stellen haben Informationen weitergegeben, die andere für gesellschaftlich relevant halten und daher veröffentlichen. So funktioniert investigativer Journalismus. Und der ist im Grundgesetz geschützt.

Nicht umsonst haben die USA erhebliche Probleme, überhaupt einen Anklagepunkt gegen Assange zu finden. Denn der Diebstahl bzw. die Weitergabe von vertraulichen Daten ist strafbar. Nicht aber deren Veröffentlichung. Und weil es bei der Gründung des demokratischen Deutschlands für wichtig befunden wurde, dass Journalisten den Mächtigen auf die Finger schauen, gibt es einen Informantenschutz, auch wenn Innenminister immer wieder versuchen, diesen auszuhebeln.

Heute morgen habe ich ein Statement vom Chaos Computer Club gelesen, dass ich sehr passend finde und daher zitieren möchte:

„Die westlichen Regierungen treten für die Informationsfreiheit immer nur dann ein, wenn es andere Länder betrifft, die weniger demokratische Traditionen haben. (…) Sobald Daten publiziert werden, die ihre eigenen Heimlichkeiten und Hinterzimmer-Deals betreffen, handeln sie offenbar genauso undemokratisch wie die Staaten, die sie sonst öffentlich lauthals verurteilen.“ (Andy Müller-Maguhn)

Ich erinnere an ein anderes Beispiel von Datenklau: die CDs mit Daten von Steuersündern. Hier war die Freude groß, dass jemand Daten geklaut hat und sie wurden ganz offiziell eingekauft.

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Vorratsdatenspeicherung, Nacktscanner, Videoüberwachung, Kontrollen über Kontrollen. Es wird ja immer so getan, als beträfe dies nur Verbrecher und Terroristen, Normalbürger nicht. Das stimmt nicht: Es hat immer alles zwei Seiten. Was zu unserem Schutz vorgebracht wird, wird an anderer Stelle gegen uns gerichtet. Ich finde es erschreckend, welche Daten schon jetzt über uns gesammelt werden. Datenhandel ist ein florierender und lukrativer Geschäftszweig. Und nicht immer legal.

Nach den Berichten über die Verwendung von Kundendaten an der Supermarktkasse (Stern) (und hier Spiegel) habe ich beobachtet, wie das bei mir ist. Komisch: Manchmal werde ich um eine Unterschrift gebeten (preiswert für den Supermarkt, aber Risiko, falls mein Konto nicht gedeckt ist), manchmal um die Eingabe meiner Geheimzahl (teurer für den Supermarkt, aber dafür sicherer, weil Sofortzahlung). Aus Sicht so mancher Juristen verstoßen easycash und andere mit der Verwendung von Kundendaten zur Bonitätseinstufung gegen das Datenschutzgesetz, wie das Blog Internet Law erläutert.

Gesammelte Daten und Interpretationen werden auch ganz legal herangezogen, wenn Sie etwa einen neuen Mietvertrag unterschreiben oder einen Kredit beantragen. Früher war das noch einfach. Früher gab es einen Schufaeintrag, wenn jemand wirklich seine Schulden nicht bezahlt hat. Kein Eintrag. Alles paletti.

Und heute? Heute wird alles mögliche gesammelt und bewertet. Ihre Bonität sinkt schon, weil Sie ein bestimmtes Alter, ein bestimmtes Geschlecht, eine bestimmte Wohnlage oder andere soziodemografischen Merkmale haben. Ebenso sinkt Ihre Bonität, wenn jemand eine Auskunft bei Schufa oder anderen Auskunfteien einholt. Das Fragen kostet also – Bonität oder auf Deutsch Kreditwürdigkeit, Vertrauen in Ihre Zahlungsfähigkeit und Ihren Zahlungswillen!

Die Bonität wird ausgedrückt in einem Scorewert, einem Wahrscheinlichkeitswert. Er soll angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie Ihre Verbindlichkeiten bezahlen werden. Je nach Ergebnis bekommen Sie dann die Wohnung oder den Kredit zu den Konditionen oder eben nicht. Finanztest hat sich vor kurzem dieses Themas angenommen, mit dem Ergebnis: Nur elf von 89 angefragten Basisscores bei der Schufa waren korrekt.

Mayarosa war neugierig und hat den Selbsttest gemacht.  Am 3. November schickte sie an drei Auskunfteien einen Brief mit der Bitte um die gesetzlich vorgeschrieben kostenlose Selbstauskunft nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz.

Am schnellsten reagierte accumio, die Auskunftei der Telekom. Die Antwort traf am 10. November ein. Sie ermittelte einen Score-Wert der Klasse vier bzw. von 98,97 Prozent Rückzahlwahrscheinlichkeit. Da es keinerlei Negativeinträge über mich gibt, was auch accumio bestätigt, scheint meine Bonität entweder darunter zu leiden, dass ich weiblich bin, 39 Jahre alt und wohne wo ich wohne oder darunter, dass eben keine Informationen vorliegen.

Ein Tag später kam die Post von Creditreform, neben der Schufa die größte Auskunftei. Auch hier wird bestätigt, dass es keine negativen Einträge über mich gibt. Dennoch: Abgesehen davon, dass creditreform meine Adresse nicht richtig (ab)schreiben kann, ermittelt die Auskunftei eine Rückzahlwahrscheinlichkeit von 96,98 Prozent. Angeblich bezieht Creditreform positive und negative Einträge ein. Aber nichts ist aufgelistet. Nada. Dreist, in solcher Ahnungslosigkeit zu urteilen.

Am längsten dauerte die Antwort von der Schufa. Die kam erst am 19. November. Die Schufa berechnet einen Basisscore von immerhin 99,02 Prozent. Die Schufa-Liste enthält als einzige auch Positiveinträge, etwa dass ich über einen Handyvertrag verfüge sowie über eine Kreditkarte. Vollständig sind diese ebenfalls nicht.

Mir geht diese Datensammelwut gegen den Strich. Und langsam macht sie mir auch Angst. Unseriös, intransparent und willkürlich werden angesichts ominöser Daten Urteile über mich gefällt. Und wenn keine Daten über mich vorliegen, hat das auch negative Folgen. Anders kann ich das Ergebnis z.B. von creditreform nicht erklären. Big Brother ist längst da. Und er ist gierig.

An dieser Stelle ein Literaturtipp der Bonner Schriftstellerin Juli Zeh: Corpus Delicti, Ein Prozess. In diesem Roman beschreibt Zeh eine Gesellschaft in der Zukunft. Die Menschen sind sehr gesund und sehr kontrolliert. Demokratie war gestern.

In einer Streitschrift widmet sich Zeh, die außerdem Juristin ist, gemeinsam mit Ilija Trojanow dem Thema, wie Sicherheitswahn und Überwachungsstaat unsere bürgerlichen Rechte abbauen. Titel: „Angriff auf die Freiheit“

Kürzlich war Juli Zeh im Gespräch mit dem WDR 5

Chef-Datenschützer ist umgfallen

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Ich bin eben über diesen Artikel bei Spiegel-Online gestolpert: Wie Facebook private Telefonbücher abgreift

Im Groben geht es darum, dass Facebook nicht nur viel zu viele Daten seiner Mitglieder speichert, sondern auch Daten vom Umfeld des Mitglieds. Wenn das Mitglied z.B. sein I-Phone mittels Facebook-App mit seinem Facebook-Account synchronisiert, dann landen alle Daten aus dem Handy bei Facebook, werden dort gespeichert und sind nicht zu löschen.

Ganz ehrlich, mich gruselt es, wenn ich noch nicht mal mehr selbst entscheiden kann, ob und welche Daten von mir Facebook, Google und Co. bekommt. Was Facebook mit den Daten macht, weiß kein Mensch. Bisher verhalten die sich in Datenschutz-Fragen noch uneinsichtiger und dreister als Google. Gruselig …

Das Land diskutiert über den Schutz von persönlichen Daten, die Rechtssprechung zu Persönlichkeitsrechten wird immer strenger und währenddessen trickst Facebook Millionen Mitglieder aus und verleitet sie dazu, das Datenschutzrecht zu brechen und das Recht auf die eigenen Daten jedes Einzelnen zu ignorieren.

Besonders dreist: Rechtsbrecher ist zunächst das Mitglied, das die Telefonnummern seiner „Freunde“ hochgeladen hat. Denn es hat ja eingewilligt, sicherzustellen, dass die Freunde einverstanden sind, auch wenn es das vielleicht nicht bemerkt hat. Und die „Freunde“ werden ganz unfreundlich ihres ureigensten Rechts beraubt, selbst zu entscheiden, wem sie Name, Nummer und Mailadresse überlassen und wem nicht. Was für ein „Freundschaftsdienst“.

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